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	<title>Verantwortung Archive &#8226; Wordcraft</title>
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	<title>Verantwortung Archive &#8226; Wordcraft</title>
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		<title>Nr. 139 Wirtschaft ist wie Straßenbahnfahren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Krammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jan 2025 16:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Handelsagenten Spotlight]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Handelsagent]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Vergleich lautet: wo immer ein Sitzplatz frei wird, nützt der  Schnellste die Gelegenheit sich hinzusetzen. Erinnert Sie das nicht an das Marktgeschehen in Ihrer Branche? Wenn allerdings ein ganzer Waggon abgehängt wird, müssen alle aussteigen und alle Plätze sind ersatzlos gestrichen. Auch das ist der Markt. Die europäische Industrie und das Großgewerbe sind über...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Vergleich lautet: wo immer ein Sitzplatz frei wird, nützt der  Schnellste die Gelegenheit sich hinzusetzen. Erinnert Sie das nicht an das Marktgeschehen in Ihrer Branche? Wenn allerdings ein ganzer Waggon abgehängt wird, müssen alle aussteigen und alle Plätze sind ersatzlos gestrichen. Auch das ist der Markt.</strong></p>
<p><strong>Die europäische Industrie und das Großgewerbe sind über den Status des Grübelns hinaus. Die Wellen gehen hoch.</strong></p>
<p>Die zum Sparen gezwungenen europäischen Staaten werden sich für einige Zeit nur mehr das Dringendste leisten können. Der Konjunkturmotor Öffentliche Hand gerät überall ins Stottern. Nicht zuletzt, weil für den Staat das Schuldenmachen kostspielig geworden ist und  sowohl Sparpakete wie auch Steuererhöhungen auf wenig Verständnis bei der Bevölkerung stoßen, auch wenn sie lange Zeit von der Freigiebigkeit ihrer Regierung profitierte.</p>
<p><strong>In Zeiten des Fachkräftemangels</strong></p>
<p>ist die Wehrbereitschaft der großen Betriebe ambivalent. Die Schließung von ganzen Firmenzweigen läuft parallel mit durchaus ansehnlichen Lohnerhöhungen, um die guten Fachkräfte zu halten. Die aber vergraben Ihr Geld offensichtlich lieber als es auszugeben. Das Winken der Konsumenten mit den Kreditkarten entwickelt sich rückläufig oder zumindest nicht den Erwartungen der verschiedenen Wirtschaftsinstitute entsprechend.</p>
<p><strong>Was hat das mit den Handelsagenten zu tun?</strong></p>
<p>Die produzierenden (Export)Unternehmen haben nicht nur die Rezession am Hals, sondern auch Schmankerln wie die Lieferkettenverordnung, strengere Kreditauflagen, Fachkräftemangel, Bürokratiesperenzchen, geopolitische Verwerfungen, die Zolldrohung aus den USA und eventuell aus China, den Green Deal der EU und allerlei Behinderungen vor Ort. Ebenso ein immer wieder feststellbares zeitraubendes Entscheidungsschlingelschlangel der Politik (man denke an den Lobautunnel oder sich über Jahre hinziehende steirische Spitalsfragen).</p>
<p>Daher trachten Unternehmer gezwungenermaßen mehr denn je das eigene Kostengerüst im Griff zu behalten. Es muss gespart werden &#8211; und zwar überall. Auch im Vertrieb. Die zunehmende Nutzung des Klickangebots „Freie Vertretungen“ im Spotlight (siehe oben) zeigt, dass hinsichtlich der personellen Ausstattung des Verkaufs und Vertriebs einiges in Bewegung ist, wenn nicht sogar im Rutschen.</p>
<p>Ich weiß, die Leser sind unterschiedlich betroffen. Dennoch sei der Hinweis erlaubt, dass diese Bewegungen und der Änderungszwang gleichermaßen ein Problem darstellen, wie auch Tore öffnen.</p>
<p>Das Tauschen eines Handelsagenten gegen einen anderen ist gesamtheitlich ein Nullsummenspiel. Aber die Notwendigkeit des Wechsels von angestellten Vertriebskräften zu den günstigeren Handelsagenten/Handelsagentinnen kann eine Verbesserung für die rund 600.000 europäischen Handelsagentenbetriebe mit sich bringen.</p>
<p><strong>Mit welchen Argumenten sind Hersteller für den Einsatz von selbständigen Handelsagenten zu gewinnen?</strong></p>
<p>Die Kosten des Handelsagenten sind (im Unterschied zum angestellten Außendienst) immer im Einklang mit dem getätigten Umsatz (Umsatzprovision), daher sicherer zu kalkulieren und mit weniger administrativem Aufwand verbunden. Alles, was normalerweise unter Lohnnebenkosten läuft, gibt es bei Kooperation mit Handelsagenten nicht. Autokosten und Reisespesen entfallen für das vetretene Unternehmer (Geschäftsherrn). Der Handelsagent bringt seinen eigenen Kundenstock in das Vertragsverhältnis ein.</p>
<p>Er/sie ist selbst Unternehmer(in) mit einem entsprechenden wirtschaftlichen Wissen und Verständnis.</p>
<p>In der Regel bietet der Handelsagent neben der Kernleistung der Vermittlung von vertretenen Produkten noch eine Reihe von Dienstleistungen.</p>
<p>Kundenwerbung, Kundenbetreuung, Kundenberatung, Verkäuferschulung, Offertmanagement, Marktbeobachtung und diesbezügliche Informationen, Reklamationsbearbeitung. Musterlager, Präsenz auf Messen, Bürobereitschaft, Auftragsverfolgung,Terminobservanz.</p>
<p>Manche Handelsagenten liefern daneben separat zu bezahlende Dienstleistungen</p>
<p>wie z.B. Wartungsarbeiten, Kundendienst, Entwickungs- und Planunsarbeiten, Verkaufsförderung etc.</p>
<p>Sie sind von der jeweiligen Branche und deren Erfordernissen abhängig.</p>
<p>Zu beachten ist, dass viele Unternehmen noch nie mit externen Vertriebsexperten gearbeitet haben und daher eine ausführliche Darstellung der eigenen Leistungen in einem Erstgespräch notwendig ist und der Handelsagent als Geschäftspartner auf Augenhöhe zu präsentieren ist.</p>
<p>Unterstützende Quellen: CDH Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvermittlung und Vertrieb, IUCAB.</p>
<p>© walterkrammer (wordcraft)</p>
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		<title>Nr. 109a &#8211; Lieben Sie Ihre Kammer?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Krammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Feb 2024 23:32:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Handelsagenten Spotlight]]></category>
		<category><![CDATA[EPU]]></category>
		<category><![CDATA[Fachgruppe]]></category>
		<category><![CDATA[Förderung]]></category>
		<category><![CDATA[Gremium]]></category>
		<category><![CDATA[Handelsagent]]></category>
		<category><![CDATA[IUCAB]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskammer Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[WKO]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jänner 2024 Na,ja. Ihre große Liebe wird vermutlich Ihr Herd auch nicht sein, ebenso wenig der Geschirrspüler oder der Staubsauger. Müssen sie auch nicht. Aber unbestritten sind alle 4 eminent nützlich! Dazu kommt, dass der Gegenwert eines fertig montierten Geschirrspülers für Sie als Einzelfirma etwa Ihrem Kammerbeitrag der letzten 10 Jahre entspricht. Mit allen Rechten,...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jänner 2024</strong></p>
<p><strong>Na,ja. Ihre große Liebe wird vermutlich Ihr Herd auch nicht sein, ebenso wenig der Geschirrspüler oder der Staubsauger. Müssen sie auch nicht. Aber unbestritten sind alle 4 eminent nützlich!</strong></p>
<p><strong>Dazu kommt, dass der Gegenwert eines fertig montierten Geschirrspülers für Sie als Einzelfirma etwa </strong><span style="color: #ff0000;"><strong>Ihrem Kammerbeitrag der letzten 10 Jahre entspricht</strong></span><strong>. Mit allen Rechten, die Sie als Vollmitglied haben.</strong></p>
<p><strong>Die meisten Unternehmen im Gremium 311 Handelsagenten sind Einzelunternehmen, viele davon Eine-Person-Unternehmen (EPU). </strong>Als österreichischer Kleinbetriebsunternehmer stehen Sie nicht allein da. In der EU gibt es davon Millionen.</p>
<p>Natürlich sagt die Größe einer Firma nichts darüber aus, wie innovativ die bestimmende Geschäftsidee, wie groß der Drive der Inhaberschaft, wie wichtig ihr Auftreten für ihre Branche ist. Das Unternehmen kann das Körnchen sein, aus dem ein Weltkonzern entsteht, aber ebenso ein bescheidenes Familienunternehmen bleiben, das gerade die beteiligten Personen ernährt.</p>
<p>Die Wirtschaftskraft der einzelnen KMUs (Unternehmen bis 250 Mitarbeiter) mag überschaubar sein, doch zählen innerhalb der EU mehr als 90% der Betriebe zu dieser Gruppe. Und von diesen sind wieder 9 von 10 Firmen Kleinunternehmen. Die Bedeutung der Betriebe unter 250 Mitarbeitern bis hin zu den Kleinsten liegt neben anderen Merkmalen also in ihrer großen Zahl und ihrer enormen Streuwirkung.</p>
<p><strong>Angesichts dieser Umstände ist es nicht schwer zu begreifen, wie wichtig in Europa Organisationen wie die WKO gerade für EPUs und KMUs sind und dass die WKO auch international äußerst geschätzt wird.</strong></p>
<p>Ebenso einsichtig ist auch, dass bei allen ökonomischen Veränderungen in einem Land darauf zu achten ist, dass die kleinen sich selbst tragenden Teile der Wirtschaft nicht unter die Räder kommen.<br />
Diesem Gedanken folgend legt das Gremium der Wiener Handelsagenten großen Wert auf die Bereitstellung von Hilfen zur Bewältigung all dessen, was in einem kleinen Betrieb an täglichen Aufgaben und Problemen auftaucht.</p>
<p><strong>Vor wenigen Tagen haben unsere aktiven Mitglieder ihr &#8222;Service-Scheckheft&#8220; erhalten.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-2877" src="https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2024/02/Serviceheft-2024-300x214.jpg" alt="Serviceheft 2024" width="300" height="214" srcset="https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2024/02/Serviceheft-2024-300x214.jpg 300w, https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2024/02/Serviceheft-2024-1024x730.jpg 1024w, https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2024/02/Serviceheft-2024-200x143.jpg 200w, https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2024/02/Serviceheft-2024-400x285.jpg 400w, https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2024/02/Serviceheft-2024-500x356.jpg 500w, https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2024/02/Serviceheft-2024-561x400.jpg 561w, https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2024/02/Serviceheft-2024-600x428.jpg 600w, https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2024/02/Serviceheft-2024-250x178.jpg 250w, https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2024/02/Serviceheft-2024.jpg 1756w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Sollte das bei Ihnen nicht der Fall sein, fordern Sie es mit dem Feedback-Link am Ende der Ausgabe an.</p>
<p>Es enthält einige geldwerte Angebote, die man nach jeweiliger Sachlage &#8211; ohne auf ein bürokratisches Rad geflochten zu werden &#8211; gut verwenden kann.<br />
Hier ein paar Beispiele (in Klammer der jeweilige Sachwert in Euro):</p>
<p><strong>&gt; Erstberatung HA &#8211; Recht (225.-)      </strong><strong><br />
&gt; Erstberatung in Steuerfragen (170.-)</strong><br />
<strong>&gt; Erstberatung Digitalisierung (234.-)</strong><br />
<strong>&gt; Erstberatung Betriebsführung (150.-)</strong><br />
<strong>&gt; Förderung für Beratungstätigkeit von max. 20 Stunden im Wert von max. 2.100.-</strong><br />
<strong>&gt; Zuschuss zur Erstprämie für HA &#8211;  Rechtsschutzversicherung (100.-)</strong></p>
<p><strong>Dazu kommen kostenlos verfügbare Empfehlungen im Vertragsrecht.</strong></p>
<p>Erfahrungsgemäß sind es gerade die Erstberatungsgespräche, die für Kolleginnen und Kollegen Bedeutung haben. Im Recht und bei der Steuer gibt es Umstände, die man nur mit Rechtsanwalt und Steuerberater eindeutig abklären kann. Wenn diese nicht zur Verfügung stehen, scheuen sich viele unserer Mitglieder mit teuren Fachleuten Kontakt aufzunehmen nur um Gewissheit über solche &#8222;Kleinigkeiten&#8220; bekommen. Oft erweisen sich diese aber nicht als Banalitäten, sondern plötzlich geht es um Entscheidungen mit beträchtlichen Auswirkungen. In einem <strong>Erstgespräch mit Dr. Breiter (Recht) oder Mag. Haubeneder (Steuer)</strong> lassen sich meistens diese Punkte schnell auf die Reihe bringen und die notwendigen Schritte festlegen.</p>
<p>Schon viele Jahre stellt das Gremium unter Beweis, dass die Kammer nicht nur für Kollektivverträge, weitreichende ökonomische Entwicklungen und Beschäftigungsprogramme zuständig ist, <strong>sondern besonders dort helfen kann, wo es um die Dringlichkeiten geht, die eine kleine Firma in der Folge sogar existenziell belasten können</strong>.</p>
<p>&#8222;An das habe ich gar nicht gedacht &#8230;&#8220; war nicht selten die Antwort, wenn ich Kollegen im Bedarfsfall gefragt habe, warum sie sich nicht gleich an die Servicestellen der Kammer gewandt haben.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Daher: haben Sie keine Scheu das Gutschein- und Serviceheft 2024 zu Ihrem Vorteil zu nützen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg damit.</strong></span></p>
<p>© walterkrammer (wct)<br />
Mitteilungen an den Verfasser<a href="mailto: bitte%20an%20krammer@wordcraft.at%20%20%0b"> bitte an krammer@wordcraft.at<br />
</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nr. 88 &#8211; Wer liebt schon seine Fehler?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Krammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jan 2024 12:36:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Handelsagenten Spotlight]]></category>
		<category><![CDATA[Fehlermanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Handelsagent]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Juni  2023   Die Kritikflut an allem und jedem hat gefühlsmäßig zugenommen. Es handelt sich häufig nicht um eine auf Fakten beruhende Auseinandersetzung mit einem Zustand, einer Aktivität oder einer Unterlassung. Der Schwierigkeitsgrad des zu lösenden Problems ist für viele Kritiker offenbar auch ohne Bedeutung. Ihnen genügt es mit dem Ergebnis nicht einverstanden zu sein. Der...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Juni  2023  </strong></p>
<table width="100%">
<tbody>
<tr>
<td>
<table width="640">
<tbody>
<tr>
<td><strong><strong><br />
Die Kritikflut an allem und jedem hat gefühlsmäßig zugenommen. </strong></strong><strong>Es handelt sich häufig nicht um eine auf Fakten beruhende Auseinandersetzung mit einem Zustand, einer Aktivität oder einer Unterlassung. Der Schwierigkeitsgrad des zu lösenden Problems ist für viele Kritiker offenbar auch ohne Bedeutung. Ihnen genügt es mit dem Ergebnis nicht einverstanden zu sein.</strong></p>
<p>Der Umstand, dass heute vorliegende Informationen zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht existierten, die Beurteilung auch durch Fachleute höchst schwankend oder eine spätere Entwicklung trotz aller Bemühungen nicht vorherzusehen war, werden lustvoll ignoriert. Besonders in den Echokammern der sozialen Medien herrscht eine raue Vernichtungswut.<br />
Eine vor allem dem Filter des Hausverstands unterworfene Diskussion würde der Gesellschaft guttun<strong>.</strong></p>
<p><strong>Die Unvollkommenheit ist ein fixer Bestandteil unseres Lebens.</strong></p>
<p>Auch wenn wir nicht philosophisch werden wollen, wissen wir, dass kein Mensch fehlerlos handeln kann. Es geht also darum, dass wir von bestehenden Erfahrungen und allgemeinen Erkenntnissen, von Standards und Normen, Übereinkünften und Zielsetzungen nicht zu weit abkommen wollen. Einfach, weil es uns schadet. Wir wollen keine Fehler machen.<br />
Und weil wir uns ungern selbst wehtun, erkennen wir die Fehler anderer schneller als unsere eigenen. Obwohl es in unserem Interesse besser wäre (siehe oben) aus unseren Fehlern zu lernen als sie zu kaschieren.</p>
<table width="100%">
<tbody>
<tr>
<td>
<table width="640">
<tbody>
<tr>
<td><strong>Es steht fest. Um unsere Fehler kommen wir nicht herum. Aber wie gehen wir damit um?</strong></p>
<p><em>„Den Forschern zum Thema Fehlerkultur geht es um einen konstruktiven Umgang: in der Schule um das Lernen aus Fehlern, in Unternehmen und Non-Profit-Organisationen um einen produktiven Umgang mit Fehlern und um das innovative Lernen. Das Spektrum optimalen Verhaltens reicht von <strong>der Fehlervermeidung und der Akzeptanz von Belehrungen bis hin zur Fehlerfreundlichkeit“.</strong> (Wikipedia)</em></p>
<p><strong>Manche der geschätzten Leserinnen und Leser werden sich als engagierte Unternehmer auf den ersten Blick zur Liebe zu den Fehlern nicht durchringen können.</strong></p>
<p>So wie man den Schmerz nicht liebt. Der Schmerz hat aber eine großartige Funktion. Er sagt uns, dass irgendetwas in unserem Körper nicht stimmt, dem man nachgehen muss, um größeres Übel zu vermeiden.</p>
<p>Der gute, alte Cicero soll sinngemäß gesagt haben, dass jeder Mensch irren kann. Blöd ist nur, wer in diesem Irrtum dauerhaft verharrt. Eh klar.</p>
<p>Der Auftrag an uns selbst ist also gemachte Fehler zu analysieren (woher sie kommen, wie sie ablaufen und sich auswirken), dann einen Lösungsansatz zu finden, wie man sie vermeidet und weiter vorausschauend ähnliche Situationen im Unternehmen aufzuspüren, bei denen bis jetzt glücklicherweise nix passiert ist.</p>
<p><strong>Ursache und Wirkung spielen bei der Fehlereinschätzung die größte Rolle.</strong></p>
<p>Mit der Ursache wird man so schnell nicht fertig sein. Wissenslücken, Informationsmangel, fehlende Aufmerksamkeit, Genauigkeit und/oder Motivation, Müdigkeit, Stress…etc. Nehmen Sie ein Blatt Papier und vergegenwärtigen Sie sich ein paar Fehlersituationen, die Sie unmittelbar betroffen haben. Dann schreiben Sie auf, was (nicht wer!!) aus heutiger Sicht die Ursache gewesen sein kann. Wenn bestimmte Ursachen mehrmals vorkommen, schenken sie ihnen in Zukunft größere Aufmerksamkeit.<br />
Manche Fehler sind unauffällig, nur ärgerlich und in Wirklichkeit unbedeutend. Aber auch sie haben das Potential sich bei passender Situation zur mittleren Katastrophe auszuwachsen. Andere wieder sind geeignet richtigen Schaden anzurichten, an dem man vielleicht gerade noch vorbeigeschrammt ist.<br />
Gefährlich ist es die Reaktionen einer Umwelt nachzuahmen, die gemachte Fehler gern herunterspielt. Kann sein, dass den Superlässigen noch nie etwas passiert ist – aber nicht allen Menschen gelingt es „zwischen den Tropfen zu gehen“.</p>
<p><strong>Worauf wirk(t)en sich noch gut erinnerliche Fehler vornehmlich aus?</strong></p>
<p>Auf Umsatz, Ansehen, Einkaufskonditionen, Gewinn, Marktbeherrschung, Vermögen, Gesundheit, Beziehungen …? Möglicherweise stellen Sie fest, dass es nicht die „großen“ Ursachen waren, die jene Felder gefährden, welche für Sie persönlich am bedeutendsten  sind.</p>
<p><strong>Was</strong> <strong>also ist die Erkenntnis?</strong></p>
<p>Fehler an sich sind keine Katastrophe, wenn man daraus lernt.<br />
Sie sollten nicht zur Gewohnheit werden.<br />
„Zuerst denken, dann handeln“ ist ein hervorragendes Prinzip.<br />
Es ist vorteilhaft Defizite, die Sie bei der Ursachenforschung herausgefunden haben, so schnell wie möglich zu schließen.<br />
Die Beziehung zwischen den immer wiederkehrenden Ursachen und ebensolchen Auswirkungen gehören untersucht. Was können Sie verbessern?</p>
<p><strong>Fehlermanagement hilft Ihnen ein lebensfroher Mensch zu sein.</strong></p>
<p>©walterkrammer(wct)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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			</item>
		<item>
		<title>Klima. Einwegpolitik führt in neue Abhängigkeiten</title>
		<link>https://www.wordcraft.at/punctum-saliens/klima-einwegpolitik-fuehrt-wieder-in-abhaengigkeiten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Krammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Apr 2023 14:34:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Punctum Saliens]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativenergien]]></category>
		<category><![CDATA[Energiebedarf]]></category>
		<category><![CDATA[Greenwashing]]></category>
		<category><![CDATA[klimaneutral]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Planen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lernen wir nicht aus der Geschichte? Die vom Ölschock überraschten europäischen Staaten begannen 1974 ½-Jahresvorräte anzulegen, um etwaige weitere Erpressungsversuche der Erdöllieferanten zu unterbinden. Plötzlich musste man sogar das sauteure Luxusöl aus Norwegen in Betracht ziehen. Die Ölkeule traf die Industriestaaten an ihrer empfindlichsten Stelle. 4 Jahrzehnte später ein ähnliches Theater mit dem Erdgas. Die...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lernen wir nicht aus der Geschichte?</strong></p>
<p>Die vom Ölschock überraschten europäischen Staaten begannen 1974 ½-Jahresvorräte anzulegen, um etwaige weitere Erpressungsversuche der Erdöllieferanten zu unterbinden. Plötzlich musste man sogar das sauteure Luxusöl aus Norwegen in Betracht ziehen. Die Ölkeule traf die Industriestaaten an ihrer empfindlichsten Stelle.</p>
<p>4 Jahrzehnte später ein ähnliches Theater mit dem Erdgas. Die Pipelines, die sich vom Osten nach Europa schlängeln, blieben zusehends leerer.</p>
<p>An einer anderen Front wird die Bevölkerung berechtigterweise unruhig, wenn Schmerzmittel oder Antibiotika in Apotheken wegen Lieferausfalls nicht vorhanden sind.</p>
<p>Wie man sieht, ist es nicht so schwer uns in die Magengrube zu hauen, obwohl wir angeblich zu den reichsten Ländern der Welt gehören.</p>
<p><strong>In allen Fällen zeigt sich die Abhängigkeit der europäischen Volkswirtschaften, die es sich sogar in lebenswichtigen Bereichen so bequem und ökonomisch günstig wie möglich eingerichtet haben. Lesen Sie dazu im Archiv meinen Blog &#8222;Ach du süße Abhängigkeit&#8220; aus dem Juni 2022. </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>In den nächsten Jahrzehnten kommt zu den politischen Problemen noch der Faktor Klimawandel.</strong></p>
<p>Die Wissenschaft gibt der Menschheit 20 – 30 Jahre Zeit die ärgsten Folgen doch noch abzubiegen, sofern man die Energiegewinnung auf erneuerbare Quellen beschränkt. Allerdings gibt es dabei Hürden ohne Ende.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Zuerst ein paar Ziele und Bedingungen, die von Klimaschützern als unausweichlich betrachtet werden.</strong></p>
<p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/25aa.png" alt="▪" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 2050 muss vonseiten der Spezies Mensch alles Erforderliche getan sein die Klimaänderung im Zaum zu halten. Das bedeutet, von den Menschen benötigte und benützte Energie muss aus klimaneutralen, erneuerbaren Quellen stammen.</p>
<p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/25aa.png" alt="▪" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Die ganze Welt muss mitspielen, aber man kann nicht erst dann anfangen zu handeln. wenn endlich alle tat-sächlich am gemeinsamen Strang ziehen.</p>
<p><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.1.0/72x72/25aa.png" alt="▪" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Dabei muss in allen Ländern die Einschränkung des Klimawandels (d.h. auf der ganzen Erdoberfläche neue Klimabedingungen zu schaffen) oberstes Gebot sein und vor allen anderen internen Problem rangieren. Anders ausgedrückt, die kleinste Maßnahme im kleinsten Land ist besser als gar keine Maßnahme. „Wir haben nur 0,2% Anteil an der globalen Lösung“ bekommt daher als Argument die rote Karte.</p>
<p><strong>Das ist aber nur ein Teil des Problems.</strong></p>
<p>Auch wenn man einen strategischen Wildwuchs bei der Bekämpfung des Klimawandels vermeiden möchte, darf man aus heutiger Sicht nicht <strong>alle alternativen Überlegungen kategorisch verdammen,</strong></p>
<p>Ähnlich wie bei der Pandemie hört man heute ein babylonisches Stimmengewirr der angeblich und tatsächlich Wissenden. Wobei auch sie keine unfehlbaren Propheten sind. Niemand kann den technischen und naturwissenschaftlichen Stand 2050 vorhersagen. Und schon gar nicht, dass zu dieser Zeit „sauberer Strom“ mit Sicherheit für die gesamte Menschheit <strong>im ausreichenden Ausmaß</strong> vorhanden sein wird.</p>
<p><strong>Es eröffnen sich also die unterschiedlichsten Zukunftsszenarien, mit denen wir rechnen können bzw. müssen:</strong></p>
<p><strong>1.) Der dann ausschließlich klimaneutrale Energiebedarf muss weltweit empfindlich eingeschränkt werden, denn eine solche Energie steht nicht überall und jederzeit zur Verfügung. </strong>In diesem Fall bedeutet „ausreichend“ nur mehr einen Bruchteil dessen, was man heute unter diesem Begriff versteht. Mit allen daraus zwangsweise folgenden Konsequenzen.  Durchsetzbarkeit? Sanktionen?</p>
<p><strong>2.) Klimaneutralität der Energie und ihrer Erzeugung wird wegen gravierender Widrigkeiten nicht mehr so genau genommen, </strong>besonders weil Wasserkraft, Wind und Fotovoltaik allein bei weitem nicht die komplette Versorgung der Erde oder auch nur eines Landes sicherstellen können. Zurzeit hilft man sich (un)verschämt mit dem Begriff der „Brückenenergie“ (Abstriche von strikten Anforderungen, aber nur für einen beschränkten Zeitraum). Greenwashing (Atomenergie, das Verheizen von Pellets zur Stromgewinnung, Grünes Gas  u.a.) hat schon begonnen, denn die einen haben Atomkraftwerke im Überfluss, anderen ergeht es so mit Autofabriken und Dritte haben von Beidem etwas. Dazu kommt, dass die &#8222;verantwortbaren&#8220; Möglichkeiten der Energiegewinnung in allen Staaten höchst unterschiedlich gesehen werden.</p>
<p><strong>3.) Man kombiniert „neue“ klimaneutrale Energieformen, wie z.B. Wasserstoff mit herkömmlichen Einsatztechniken (Wasserstoff + adaptierter Verbrennungsmotor u.a.).</strong></p>
<p><strong>4.) Techniken, die heute nicht einmal noch im Labor getestet werden, lösen das ganze Problem oder wenigstens Teile davon mit einem Schlag. </strong>Nicht höchstwahrscheinlich, aber bei der heute erkennbaren Rasanz wissenschaftlichen Fortschritts nicht ganz unmöglich.</p>
<p>Die Aufzählung ist nicht vollständig und jedwede Mischform ist denkbar. Manche Varianten sind nicht markttauglich, weil man zurzeit entweder den gewonnenen Strom nicht speichern kann oder der Transport mit Stromtrassen durch das ganze Land den Wirkungsgrad erheblich vermindert und der Widerstand der Bevölkerung die erforderlichen Baumaßnahmen verhindert. Aus diesem Grund sind manche Stromformen für gewisse Industriesparten nicht sicher genug. Exportländer wie Österreich kommen jedoch ohne Industrie nicht aus. Eine folgerichtige Abwanderung der Betriebe schlüge sofort auf den Wohlstand in unserem Land durch.</p>
<p><strong>Daher:</strong></p>
<p><strong>angesichts dieser Faktenlage ist es eine Frage der praktischen Vernunft sich  a l l e  Optionen der Energieversorgung möglichst lang offen zu halten und keine ausschließlichen Entscheidungen zu treffen, ohne die langfristige technische Entwicklung und jene der geopolitischen Lage in den nächsten 30 Jahren mit einer gewissen Sicherheit abschätzen zu können. Andernfalls sind neue Abhängigkeiten unvermeidbar. Dies auch in dem Bewusstsein, dass auf Dauer eine autarke klimaneutrale Energieversorgung Österreichs unter den gegebenen Verhältnissen ein kaum erreichbares Wunschziel sein wird.</strong></p>
<p>©walterkrammer(wct)</p>
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		<title>Nr. 78 &#8211; Leistung steht zur Diskussion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Krammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2023 13:33:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Handelsagenten Spotlight]]></category>
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		<category><![CDATA[Karriere]]></category>
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		<category><![CDATA[Lebensplanung]]></category>
		<category><![CDATA[Leistung]]></category>
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		<category><![CDATA[Work-Life-Balance]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einerseits wird von der Leistungsgesellschaft gesprochen, andererseits die Verteilungsgerechtigkeit gefordert. Sogar das bedingungslose Grundeinkommen sehen manche als mögliche Basis für das wirtschaftliche Überleben der Bevölkerung. Für andere spiegelt die Work-Life-Balance die Sehnsucht nach einem Freizeitleben nach eigener Vorstellung wider, allerdings mit geringerem Engagement im Wirtschafts- und Arbeitsleben. Die Personalbüros berichten über den Wunsch der Jobbewerber...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einerseits wird von der Leistungsgesellschaft gesprochen, andererseits die Verteilungsgerechtigkeit gefordert. Sogar das bedingungslose Grundeinkommen sehen manche als mögliche Basis für das wirtschaftliche Überleben der Bevölkerung. Für andere spiegelt die Work-Life-Balance die Sehnsucht nach einem Freizeitleben nach eigener Vorstellung wider, allerdings mit geringerem Engagement im Wirtschafts- und Arbeitsleben. Die Personalbüros berichten über den Wunsch der Jobbewerber nach 20- und 25-Stundenjobs (pro Woche). Dieser kommt keineswegs nur von kinderbetreuenden Frauen.</p>
<p>In einem KURIER-Interview Anfang Februar ließ Attila Dogudan (DO&amp;CO) hingegen bezüglich Österreich aufhorchen: „Leistung hat bei uns sehr oft den negativen Touch, dass zu viel verlangt wird. Ich mag den Begriff Work-Life-Balance gar nicht. Heißt das Life ist gut und Work ist schlecht?“</p>
<p><strong>Leistungsgesellschaft</strong></p>
<p>hat bei Wikipedia folgenden Eintrag: “ … ist die Modellvorstellung einer Gesellschaft, in welcher die Verteilung angestrebter Güter wie Macht, Einkommen, Prestige und Vermögen entsprechend der (besonderen) Leistung erfolgt, die jedem Gesellschaftsmitglied jeweils zugerechnet wird“. Das angestrebte Leistungsbewusstsein wird natürlich nicht nur von Managern gefordert. Wer nach beruflichem Aufstieg strebt, kann es sich am Arbeitsplatz nicht gemütlich machen.</p>
<p><strong>Es verschwimmt der Maßstab für Leistung.</strong></p>
<p>Ein über Jahrzehnte anhaltender Produktivitätszuwachs wurde den in Beschäftigung Stehenden über einen längeren Zeitraum teils mit Gehaltssteigerungen teils durch Arbeitszeitverkürzungen abgegolten. Das sollte aber nicht zu der Ansicht verleiten, dass Anwesenheitszeit die Maßeinheit für Leistung darstellt. Wenn Sie in Ihrem Arbeitszimmer nicht Ihren Berufsaufgaben nachgehen, sondern den neu erworbenen Roman lesen, in der Küche nicht kochen, sondern fernsehen, draußen statt der Gartenarbeit ein Sonnenbad erledigen, dann sind Sie zwar anwesend, aber Sie erbringen keine Leistung.</p>
<p><strong>Leistung bedeutet eine gestellte Aufgabe zu erledigen,                                                                            </strong>ein gestelltes Ziel teilweise oder vollständig zu erreichen. Und das innerhalb eines festgelegten Zeitraums. (Der Babysitter, der durch bloße Anwesenheit die Sicherheit der schlafenden Kinder gewährleisten soll, ist wohl ein Grenzfall). Mit fortschreitender Homeofficebegeisterung erscheint es daher nur logisch, dass sich die Bezahlung in Zukunft vermutlich (wie z.B. jetzt schon bei Handelsagenten üblich) nach Maßgabe erfolgter Leistung und nicht nach einer schwer kontrollierbaren Anwesenheit richten wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mit dem Thema Bezahlung sind wir auch schon bei der Lebensplanung angelangt,</strong></p>
<p>die häufig übersehen wird. Dass nämlich eine individuell verkürzte Arbeitszeit ihre Auswirkung auf die Bezahlung, die jeweilige spätere Pension und (wie von Min. Kocher ins Spiel gebracht) die Transferzahlungen haben kann und wird. Im Alter von der Mindestpension zu leben kann nicht das Ergebnis einer vorsätzlichen Lebensplanung sein.</p>
<p>Wie wir wissen, gibt es verschiedene ideologisch untermauerte Gesellschaftsmodelle, die einerseits dem Staat, andererseits dem Einzelnen entscheidenden Einfluss zubilligen, sowie kleinere oder größere Rechte und Pflichten zuordnen. Das Urteil darüber, ob man sich auf den Staat oder lieber auf sich selbst verlassen will, hängt häufig von der jeweiligen Wirtschaftslage ab und davon, wie unabhängig man sein will. Der Schutz der Umwelt, der universellen Menschenrechte und einer stets wirksamen Verteilungsgerechtigkeit stehen in Sonntagsreden immer ganz oben, die tatsächliche Umsetzung bringt die westlichen Demokratien regelmäßig in Bedrängnis.</p>
<p><strong>Österreich</strong></p>
<p>In unserer ökosozialen Marktwirtschaft besteht zwangsläufig eine Abhängigkeit zwischen der Leistung des Einzelnen und dem, was man vom Staat und seinen Einrichtungen erwarten kann.  Wobei ein ausgeklügeltes Sozialsystem so weit wie möglich Aspekte der Leistungsfähigkeit berücksichtigen sollte.</p>
<p>Damit kein falscher Eindruck entsteht, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass eine erfolgreiche Erbringung der geforderten Arbeitsleistung selbstverständlich auch eng mit den Arbeitsbedingungen zusammenhängt.</p>
<p><strong>Was ist nun das Resümee aus dem Ganzen?</strong></p>
<p>Alle angeführten Punkte hängen mehr oder minder eng zusammen. Sie sind zugleich Voraussetzung und Folge. Die liberale Demokratie, wie wir sie in Österreich leben, findet mehrheitlich Zustimmung. Zumindest soweit sie die jeweils eigene Position nicht in Frage stellt. Über 70 Jahre haben wir damit Frieden und wirtschaftlichen Aufstieg erlebt.</p>
<p>Die Machtkämpfe der Großmächte, Kriege, die Sorge um das Klima der Erde, ungezähmte Migration beunruhigen uns. Mit Globalisierung und Digitalisierung kommen wir noch immer nicht gut zurande.</p>
<p>Die unerfreuliche Botschaft ist, dass unsere persönlichen Anstrengungen und die unseres Staatsgebildes, sowie der EU in der Zukunft zwangsläufig werden steigen müssen. Unsere Loyalität, vorausschauendes Planen und das gemeinsame Zupacken sind unerlässlich.</p>
<p>Das Sich-zurücklehnen, die Erwartung andere würden unsere Aufgaben übernehmen, das Pochen auf historisch begründete, angestammte Rechte, geistiges Pausieren etc. sind kein Rezept für die Zukunft.</p>
<p><strong>Die unangenehme Wahrheit lautet nämlich: Wohlstand und Leistung sind Zwillinge</strong></p>
<p>©walterkrammer(wct)</p>
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		<title>Nr. 74 &#8211;  Auch 2023 fällt der Wohlstand nicht vom Himmel. Allerdings geht es um mehr!</title>
		<link>https://www.wordcraft.at/handelsagenten-spotlight/nr-74-auch-2023-faellt-der-wohlstand-nicht-vom-himmel-allerdings-geht-es-um-mehr/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Krammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Dec 2022 21:41:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Handelsagenten Spotlight]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Wir müssen wegkommen von der Prüfungskultur hin zu einer Ermöglichungs- und Willkommenskultur“ oder „Die zu uns kommen wollen und die wir brauchen, sollten wir mit offenen Armen empfangen und mit Respekt“ sind Zitate des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und der Arbeitgeberverbände (DIE PRESSE 27.12.22). Sie beziehen sich darauf mithilfe ausländischer Arbeitskräfte den extremen Mangel deutscher Fachkräfte...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<table style="height: 3025px;" width="934">
<tbody>
<tr>
<td>
<table width="600">
<tbody>
<tr>
<td width="600">
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>„Wir müssen wegkommen von der Prüfungskultur hin zu einer Ermöglichungs- und Willkommenskultur“ oder „Die zu uns kommen wollen und die wir brauchen, sollten wir mit offenen Armen empfangen und mit Respekt“ sind Zitate des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und der Arbeitgeberverbände (DIE PRESSE 27.12.22). Sie beziehen sich darauf mithilfe ausländischer Arbeitskräfte den extremen Mangel deutscher Fachkräfte auszugleichen.  </strong></p>
<p>Jedoch, die personellen Kompetenzdefizite in nahezu allen Wirtschaftsbereichen jahrein, jahraus nur mit Konjunktiven zu bekämpfen – was wir sollten, könnten, müssten – hilft in Deutschland genau so wenig wie in anderen entwickelten, derzeit noch führenden, Industriestaaten Europas und der Welt. Engagiertes, zielgerichtetes Handeln wird immer mehr zur unbedingten Notwendigkeit.</p>
<p>Überall dort, wo über das Theoretisieren hinaus Ausbildung und Lernen in den letzten Jahrzehnten in der Praxis nicht ernst genommen wurden, greint man heute um unüberprüfbar „gute Fachleute“ aus fremden Landen. Weil das auf Knopfdruck nicht funktioniert, gelten  die „offenen Arme“ mittlerweile auch für einheimische Interessierte, die als „Quereinsteiger“ maskiert, zwar nicht zur Gänze die fachlichen Voraussetzungen mitbringen, aber wenigstens arbeiten wollen.</p>
<p>Mitte des 20. Jahrhunderts war „Made in Germany“ eine harte Währung in der Welt der Industrie- und gewerblichen Produkte. Das wäre kaum möglich gewesen mit dem Standard an Fachkenntnissen, wie ihn in der Not sogar maßgebende Funktionäre der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerschaft heutzutage für durchaus akzeptabel halten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sicher haben zu dieser Entwicklung verschiedene wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Veränderungen beigetragen.</strong></p>
<p>Der Anteil der erzeugenden, technologiegestützten Wirtschaft verringerte sich im Laufe der Zeit zugunsten des Aufkommens der Dienstleistungsgesellschaft. Die Industrie wanderte zum Teil zu günstigeren Standorten auf anderen Kontinenten ab und jagte damit zugleich den sich dort bildenden Märkten nach.</p>
<p>Dienstleistungsbranchen – damit wir uns nicht falsch verstehen – können auch nicht auf Fachkräfte verzichten. Aber es hat tatsächlich länger gedauert, bis jetzt z.B.  die Gastronomie demonstrativ und für erwartungsfrohe Gäste schmerzhaft, wegen Fachkräftemangels zusätzliche Schließtage einführen muss. Weiterhin andauerndes Improvisieren geht nicht mehr, wenn man den Standard halten will und aus Konkurrenzgründen auch halten muss. <strong> </strong></p>
<p><strong>Oststaaten liefern nicht mehr</strong></p>
<p>Der lange Zeit unerschöpflich scheinende Arbeitskräftepool der ehemaligen Ostblockstaaten versiegt ebenfalls, weil die Wohlstandsdifferenz (nicht zuletzt durch EU-Zuwendungen) geschmolzen ist. Grundsätzlich ist das gut, aber das situationselastische Hin- und Herschieben von willfährigen Nachbarn hat damit halt auch ein Ende. Zusehends sind die Industrieländer auf die eigenen Personalreserven zurückgeworfen.  Diese beinhalten aber leider &#8211; lt. verschiedener Bildungsstudien &#8211; nicht unerhebliche Bevölkerungsanteile, die trotz 9jährigen Schulbesuchs nicht einmal die Mindestqualifikationen aufweisen.</p>
<p>Im Gegensatz zu den deutschen Vereinsmannschaften mit ihren ausländischen Superstars, muss die DFB-Mannschaft auf Kräfte „aus eigener Produktion“ zurückgreifen. Dann allerdings reicht es bei der Fußball-WM eben schon zum 2. Mal nicht für die Finalrunden. Vielleicht macht das nachdenklich?</p>
<p><strong>Was geht das die Handelsagentinnen und Handelsagenten an?</strong></p>
<p>Uns liegt ein standortgesicherter Industriebestand ebenso am Herzen, wie auf der anderen Seite der funktionierende Abnehmerkreis, der je nach Branche unterschiedlich ist. Für den Erfolg des einen wie des anderen Wirtschaftsbereichs sind erstklassige erfahrene Mitarbeiter  von elementarer Bedeutung.</p>
<p>Die Problemstellungen in Wirtschaft und Gesellschaft liegen klar auf der Hand. Sie sind x-fach diskutiert. Man muss sie nicht immer wiederholen. Es ist die p r a k t i s c h e   Lösungskapazität, die offenbar im Argen liegt. Und das nicht nur in  e i n e m  Land der Union.</p>
<p><strong>Politik und Gesellschaft sind gefordert nicht mit spitzfindigen Regelwerken herumzuspielen, Ideologien und Theorien zu drechseln, sondern Handfestes zu liefern. Und zwar permanent. Die Komplexität der Aufgaben kann nicht als Ausrede gelten. </strong></p>
<p>Wenn die westlichen Demokratien in noch verstärkten Verdacht geraten die Grundsatzprobleme ihrer Staaten nicht bewältigen zu können, wird das demokratische System selbst in Zweifel gezogen werden. Die Demokratiegegner der ganzen Welt werden sich bestätigt fühlen und zum Halali blasen. Fest steht: wir haben unsere Hausaufgaben über lange Zeit nicht gemacht.</p>
<p>Jeder muss wissen: es geht nicht nur um Wohlstandssicherung. Um Gendersternchen. Um Fahrradwegmarkierungen.</p>
<p><strong>Es geht um unsere Art zu leben.</strong></p>
<table width="600">
<tbody>
<tr>
<td width="600">
<table>
<tbody>
<tr>
<td>©walterkrammer(wct)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<table width="100%">
<tbody>
<tr>
<td data-name="Container styles"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
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			</item>
		<item>
		<title>Erboste Bürger. Und weswegen?</title>
		<link>https://www.wordcraft.at/punctum-saliens/erboste-buerger-und-weswegen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Krammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Nov 2022 20:14:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Punctum Saliens]]></category>
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		<category><![CDATA[Energiebedarf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut Umfragen ist die Hälfte der österreichischen Bevölkerung mit der politischen Landschaft, insbesondere mit der Regierung unzufrieden. Ein harter Kern der Unzufriedenen ist „richtig angefressen“ Die verantwortlichen Politiker wehren sich mit einer Liste, die etwa so aussieht: Geerbte Probleme / Beispiellose Krisenfolge ohne Ende (Finanzkrise, Migrationsbewegungen, Corona, Ukrainekrieg) / Externe Herausforderungen, die Österreich entweder gar...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.wordcraft.at/punctum-saliens/erboste-buerger-und-weswegen/">Erboste Bürger. Und weswegen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.wordcraft.at">Wordcraft</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Laut Umfragen ist die Hälfte der österreichischen Bevölkerung mit der politischen Landschaft, insbesondere mit der Regierung unzufrieden. Ein harter Kern der Unzufriedenen ist „richtig angefressen“</p>
<p><strong>Die verantwortlichen Politiker wehren sich mit einer Liste, die etwa so aussieht:</strong></p>
<p><strong>Geerbte Probleme / Beispiellose Krisenfolge ohne Ende (Finanzkrise, Migrationsbewegungen, Corona, Ukrainekrieg) / Externe Herausforderungen, die Österreich entweder gar nicht oder keinesfalls allein lösen kann / Mangelnde Ressourcen / Zu geringe Zeitspanne, die für einzelne Problemlösungen zur Verfügung steht / Mangelnde Kompromissbereitschaft der maßgeblichen gesellschaftlichen Gruppierungen / Schwindende Loyalität zum Staat und seinen Einrichtungen / In anderen Ländern ist es auch nicht besser.</strong></p>
<p>Bei den Bürgern kommt es aber als Konglomerat aus mangelnder Problemlösungskapazität, persönlicher Betroffenheit und verwirrender, diffuser Information aus allen möglichen Quellen an. Das ergibt ein raues, kritisches Explosivgemisch, mit dem die „Eliten“ zu kämpfen haben. Dazu gesellt sich in letzter Zeit der Zweifel, ob überhaupt für das politische Management  noch das Volk im Mittelpunkt steht, von dem lt. Verfassung die Macht ausgeht.</p>
<p><strong>Die Wähler unserer Zeit wollen nicht machterhaltende Abstimmungsmaschine sein, sie erwarten von den Volksvertretern schlichtweg EMPATHIE und die Schaffung von Rahmenbedingungen für ein gerechtes, würdevolles und erfüllendes Leben. Wer das nicht in den Mittelpunkt seiner politischen Tätigkeit stellen will oder kann, muss die Bühne verlassen. Ist das zu viel verlangt?</strong></p>
<p><strong>Was schafft nun hauptsächliches Unbehagen? Was wirft „man“ der politischen Elite aller Couleurs vor?</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Vorwurf 1 </strong></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Zu wenig Vorausblick erzeugt, wenn es ernst wird, einen kaum zu bewältigenden Termindruck </strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Klimawandel</strong></p>
<p>„Grenzen des Wachstums“ veröffentlichte der Club of Rome bereits 1972. 1979 konstituierten sich in Deutschland die „Urgrünen“ und sackten gleich 3% bei den Europawahlen ein. 4 Jahrzehnte reagierten durch Taten weder Politik noch das Volk.</p>
<p>Heute brennt der Hut. Energie, die aus der Erde gebuddelt werden muss, ist geächtet. Sie muss jetzt von einem Tag auf den anderen regenerierbar sein. Die Lieblingsform ist Elektrizität. Und zwar für alles. Das lässige Dahindösen in den letzten Jahren wird abgestraft. Eine Atempause bieten noch „green washed“ Atomenergie und Steinkohle.  Aber jeder erkennt die Schummelei aus einer Notlage.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Abhängigkeiten und mangelnder Vorrat</strong></p>
<p>Energie für Produktion und private Bequemlichkeiten war – aus heutiger Sicht &#8211; immer billig und in Mengen verfügbar. Der Öl-Aufstand der OPEC in den 70er-Jahren wurde durch Dauerbevorratung abgeschmettert.</p>
<p>Billiges Gas aus Russland ließ die europäischen Industriestaaten und deren Margen florieren. Seit der freundliche Kaufherr im Kreml sich zu einem brutalen Kriegsherrn verwandelte, sucht man die Schuldigen für die allgemein offensichtliche Abhängigkeit. Das ist schon verwegen. Wer hätte es denn politisch überlebt, die Bevölkerung mit dem x-fach teureren Gas aus Norwegen zu versorgen? Und zwar mit dem Argument der damit erkauften Unabhängigkeit von Russland?</p>
<p>„ Krisen offenbaren eben Schwächen“ wiegelt der deutsche Vizekanzler Habeck ab.</p>
<p>Beim Staatsvolk kommt das gar nicht gut an. Weil „wozu halten wir uns denn das ganze Berater- und Beamtengewusel und die Politikergarde um teures Geld, wenn sie erst auf diese Weise auf die Schwachstellen unseres Staates stoßen?“ Zu erkennen, dass eine Abhängigkeit, gleichgültig von wem, ein Risikofaktor ist – dazu brauche man keine Matura.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Migration</strong></p>
<p>Auch wenn es verschiedentlich anders dargestellt wird, haben die europäischen Länder ad hoc keinen Einfluss auf den bestehenden Migrationsdruck aus der ganzen Welt. Wenn 100 Millionen Afrikaner sich auf den Weg machen wollen, werden kurzfristig die europäischen Staatskanzleien an diesem Wunsch, der vielfältige Ursachen hat, nichts ändern können. Zäune errichten, das war’s dann!</p>
<p>Am liebsten würde man in der EU die Einwanderer handverlesen aussuchen, die aus demografischen Gründen eine Notwendigkeit sind. Tatsächlich tut sich die Behörde schon schwer diese von den Flüchtlingen zu unterscheiden.</p>
<p>Die europaweite Ratlosigkeit ist offensichtlich. Ebenso das Fehlen des gemeinsamen unbeugsamen Willens, für Europa eine tatsächlich umsetzbare, humane Vorgangsweise zu schaffen.</p>
<p>Das Problem wird also weiterbestehen und so manche europäische Regierung aus dem Amt jagen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Vorwurf 2  (dem „Pater“ Habeck in Deutschland durch demütiges Gehabe begegnen will)</strong></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Schlechte Kommunikation</strong></span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Die Bürger kennen sich nicht aus</strong></p>
<p>Einfach ausgedrückt, reden diejenigen auch in der Öffentlichkeit kunterbunt durcheinander, von denen man verständliche und vor allem zuverlässige Erklärungen erwartet (Politik, Wissenschaft, Interessenvertreter).</p>
<p>Man weiß nicht, ist die Lage so bedrohlich wie sie dargestellt wird, oder nicht?</p>
<p>Trifft irgendjemand Vorkehrungen oder muss man das selbst tun? Sind die Maßnahmen und die damit verbundenen Einschränkungen überschießend oder vielleicht doch die letzte Rettung?</p>
<p>Unverhofft schützt man Deutschland vor radioaktiver Verstrahlung durch sofortiges Abschalten der meisten Atomkraftwerke, nicht viel später verleiht ihnen Brüssel das grüne Pickerl.</p>
<p>Die in Pension geschickten Kohlearbeiter horchen auf, weil der Pfui-Aspekt der Kohle plötzlich nur mehr für Braunkohle gilt. Steinkohle hingegen? Sauberer geht’s nicht!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Szenenwechsel Pandemie:</p>
<p>sind die „Demagogiesyndikate“ der Impfgegner rehabilitiert, weil nach Erreichung hochprozentiger Geimpftenzahlen schamhaft verbreitet wird, dass die Impfungen nur ein Wahrscheinlichkeitsschutz sind?</p>
<p>Ist der 4. Stich empfehlenswert oder nicht? Nicht unter 5 Jahren, nicht vor 6 Monaten nach der Erkrankung, nur die Vulnerablen, diese aber auch nach 4 Monaten und die 60+ nur, wenn sie keine Vorerkrankungen haben. Der Impfstoff muss von derselben Pharma-Firma stammen. Nein, Kreuzimpfungen sind wirkungsvoller.</p>
<p>Genialer Schluss aus dem Gesundheitsministerium: &#8222;Das muss jeder selbst entscheiden.&#8220;</p>
<p>Kurzum, wer hat da welchen „Stich“?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Vorwurf 3</strong></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Fehlen prioritärer Ziele und der dazu gehörenden Planung und Fristsetzung</strong></span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Erweckungserlebnisse</strong></p>
<p>Es vergeht kaum eine Woche ohne Pressekonferenz, auf der nicht ein Minister oder eine Ministerin freudestrahlend und mit einem Schuss Eigenlob brandneue Initiativen ankündigt. Förmlich ein Erweckungsblitz muss hier eingeschlagen haben.  Denn leider ruhen die der Lösung harrenden Probleme seit vielen Jahren in eben diesem Ministerium. Öffentliche Forderungen, die Minister oder Ministerin an sich selbst richten, sind wenig populär. Journalistenfragen nach dem Zeitpunkt der Umsetzung bleiben mit Rücksicht auf die kolossalen Schwierigkeiten unbeantwortet.</p>
<p>Weniger ankündigen, mehr erledigen – das würde die Menschen freuen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was wäre es mit einer ständig aktualisierten staatlicher To-Do-Liste?</strong></p>
<p>Die Bürger erwarten, dass die Politik das Land nicht nur verwaltet.</p>
<p>In der heutigen Zeit muss es eine Webseite des Bundeskanzleramts mit den definierten <strong>Staatszielen</strong>, den definierten <strong>Umsetzungsschritten,</strong> den entsprechenden <strong>Fristsetzungen</strong> und den dafür geplanten <strong>Ausgaben</strong> geben. Das alles <strong>geordnet nach den Ministerien</strong>, die die Führungsverantwortung für die jeweiligen Themen haben. Zu dieser Webseite die Verpflichtung des <strong>Rechnungshofs</strong> dem Parlament regelmäßig Bericht zu erstatten.</p>
<p>Dazu gehört auch in geeigneter Weise die Darstellung, wo wir als Staat in der Umsetzung stehen (keine wolkigen Erklärungen, sondern Fakten). Dasselbe gilt selbstverständlich für die Bereiche der jeweiligen Landesregierungen.</p>
<p>Auf diese Weise würde man auch erfahren, was n i c h t zu den Zielen zählt, an denen gearbeitet wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Vorwurf 4</strong></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Das Wohl des Staates rangiert hinter dem Eigeninteresse der Parteien</strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Endlose Debatten dominieren TV, soziale Medien und Printorgane, welche Folgen wohl dieses oder jenes Vorkommnis in wirtschaftlicher bzw. politischer Hinsicht habe. Mit Erbitterung stellt dann der Bürger fest, dass im Vordergrund nur das Ranking im Machtspiel der Parteien steht, kaum das Wohl der Staatsbürger/ Steuerzahler.</p>
<p>Die Lösung wichtiger Probleme lässt vermutlich auf sich warten, weil Generalsekretäre und Spindoktoren der gerade federführenden Parteien ständig in Sorge um die alles entscheidenden Umfragewerte sind.</p>
<p>Als Staat brauchen wir aber Führung durch den Problemdschungel und nicht Poseure auf dem Boulevard, die damit auch noch Beliebtheitspunkte kassieren.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Vorwurf 5</strong></span></p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Polarisierung durch Werte</strong></span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Man kennt, was die Politikerreden und die entsprechenden Kommentare in den Medien uns ständig um die Ohren hauen: die Werte.</p>
<p>Wer politisch nicht weiter weiß, schlägt mit der Wertekeule um sich.</p>
<p>Alle ach so modernen, fortschrittlichen Genderfans, die im Bus der am Stock erkennbaren Gehbehinderten nicht ihren Sitzplatz überlassen, haben jede Glaubwürdigkeit eingebüßt. Es ist Unsinn ständig neue Werte zu erfinden, weil es zu schwierig ist, die vernünftigen alten einzuhalten. Falsch  gegenderte Diplomarbeiten zurückzuschmeissen hat noch keiner einzigen Supermarktkassierin zu einem besseren Gehalt verholfen. Oder anders ausgedrückt. Die Flucht aus der Sachpolitik in die Symbolpolitik hat noch nie Probleme gelöst, sondern immer welche geschaffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Aufzählung mag man beliebig fortsetzen. Das Volk ist verwirrt und aufgebracht. Angesichts der sichtbar werdenden Unzulänglichkeiten fürchtet es um den eigenen Lebensstandard und das Wohl seiner Nachkommenschaft. Hinterfotziges  Schlammcatchen der Parteien ist erwartungsgemäß nicht vertrauensfördernd.  </strong></p>
<p><strong>Eine versagende politische Mitte überlässt die Wähler den Rändern des politischen Spektrums.</strong></p>
<p><strong> </strong>©walterkrammer(wct)</p>
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		<title>Nr. 63  &#8211;  Nicht alles ist unvorhersehbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Krammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2022 06:10:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Handelsagenten Spotlight]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
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		<category><![CDATA[Kontrolle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Unsicherheit hat es in der Menschheitsgeschichte immer gegeben. Der moderne Mensch lebt jedoch im Bewusstsein den Anforderungen der wachsenden globalen Komplexität begegnen zu können. Ermutigt angesichts wissenschaftlichen Fortschritts, selbstsicher durch besseres Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge und nicht zuletzt durch den Gebrauch weltumspannender Informationssysteme. Wenn man die Bewältigung der Finanzkrise zu Anfang dieses Jahrhunderts vergleicht...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="aligncenter" src="https://www.wordcraft.at/wp-content/uploads/2022/05/Handelsagenten-Spotlight.jpg" alt="Handelsagenten Spotlight" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Unsicherheit hat es in der Menschheitsgeschichte immer gegeben. Der moderne Mensch lebt jedoch im Bewusstsein den Anforderungen der wachsenden globalen Komplexität begegnen zu können. Ermutigt angesichts wissenschaftlichen Fortschritts, selbstsicher durch besseres Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge und nicht zuletzt durch den Gebrauch weltumspannender Informationssysteme. </strong></p>
<p>Wenn man die Bewältigung der Finanzkrise zu Anfang dieses Jahrhunderts vergleicht mit der Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren, kann man zur Ansicht kommen, dass wir die Dinge besser im Griff haben. Wir legen aber den Fokus in erster Linie auf Europa beziehungsweise auf die hochentwickelten Länder. Weltweit gesehen gibt es viel Luft nach oben.</p>
<p>Die Unwägbarkeit oder das, was der Mensch einfach nicht verhindern kann, existiert genauso auch heute. Es kommt jedoch dazu, dass die vielen Studien und Statistiken, die herumschwirren,  durchaus positive Ergebnisse zeigen, welche &#8222;gefühlt&#8220;- wenig übereinstimmen mit der Befindlichkeit des Einzelnen.</p>
<p>Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Corona, Inflationsdruck, Kriegsauswirkungen &#8211; alles zusammengepackt in 2 Jahrzehnte &#8211; ist schon recht heftig. Das Thema Umweltschutz und Erderwärmung wird noch Generationen beschäftigen und möglicherweise global in schwere Konfusionen und Konflikte stürzen. Verschärft wird die Lage durch einen, für menschliche Begriffe, gewaltigen Zeitdruck.</p>
<p>Die Lebensspanne in Österreich beträgt statistisch etwa 80 Jahre und war bis jetzt immer steigend. Der Wunsch der Eltern geht verständlicher Weise dahin, dass diese Zeit den Kindern mehr bieten soll als ihr eigener Lebensverlauf ihnen selbst gebracht hat. Schwere Einbrüche, wie oben genannt, passen dann schlecht in das  Konzept, vor allem, wenn es davor doch so gut gelaufen ist.</p>
<p>Solang eine gute Ausbildung, ein lebendiger Leistungswille und eine umsichtige Lebensführung uns stetig den Weg nach oben weisen, ist alles gut. Wären da nicht eben die Unwägbarkeiten, die man nicht vorhersehen kann und deren böseste Eigenschaft es ist, dass man ihren Folgen nur mit Glück und nicht nachlassendem Optimismus, häufig aber gar nicht entgehen kann. Im Glücksfall lässt es das Schicksal gerade noch gnädig bei einem Streifschuss bewenden.</p>
<p><strong>Es ist nicht alles Schicksal, was nicht passt. </strong></p>
<p>Der politische, berufliche oder private Streit entzündet sich immer wieder an der Frage, welche Umstände nicht oder sehr wohl vorhersehbar waren. Die Aufklärung hat uns gelehrt, dass alles seine Ursachen hat. Daher scheint es logisch, dass es auch immer einen Schuldigen geben muss.</p>
<p>Schon bezüglich der oben angeführten großen Nöte von der Finanzkrise bis zum Krieg in der Ukraine prallen heute in den Leitartikeln und renommierten Talkshows die Ansichten von „das konnte im Vorhinein keiner wissen“ bis „das musste ja so kommen“ wütend aufeinander. Wechselweise Schuldzuweisungen aus verschiedenen Richtungen lassen selbstverständlich Zweifel an der Unausweichlichkeit aufkommen. Andererseits würde „schicksalshaft“ für alle schuldbefreiend wirken, die irgendwie in der Verantwortung gestanden sind.</p>
<p>Natürlich gilt das nicht nur für politische Themen, sondern in gleicher Weise für Wirtschaftstreibende, für die Chefs der großen Banken und Konzerne ebenso wie für den kleinen Unternehmer um die Ecke, wenn etwas im ureigensten Bereich nicht klappt. Es gibt in seltenen Fällen den unabwendbaren Schicksalsschlag. Aber eben selten. Meistens existiert eine handfeste Ursache. Dann aber müssen negative Entwicklungen in der Gesellschaft, im Staat, im eigenen Unternehmen  rechtzeitig erkennbar und schon gar nicht unabwendbar gewesen sein. Wurden sie einfach ignoriert? Die Erklärung „Da konnte man nichts machen“ wollen Negativbetroffene klarer Weise so nicht stehen lassen. Schon deshalb ist eine objektive und gründliche Ursachenerforschung  im Interesse aller unerlässlich für die erfolgreiche Bewältigung ähnlicher Situationen in der Zukunft. Das ist nicht schwer zu verstehen..</p>
<p>Umso bemerkenswerter und ärgerlicher ist der zusehends um sich greifende aggressive Stil der öffentlichen politische Diskussion, die darüber hinaus unbekümmert gesicherte Fakten ignoriert. Leider ist nicht zu leugnen dass sich gelegentlich auch renommierte Medien an derartigen Schlammschlachten beteiligen. <strong>Bei allen kurzfristigen Vorteilen, die durch diese Vorgangsweise für den einen oder anderen Politiker oder eine ganze Partei erhofft werden, rechtfertigt eine solche Gangart </strong><strong>in der langfristigen Beurteilung </strong><strong>nie die erheblichen Nachteile für das gemeinsame Ganze.</strong> <strong>Es handelt sich um eine rücksichtslose Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas. </strong></p>
<p>Wie soll die Bevölkerung zwischen Leistung und Nichtleistung, zwischen zielstrebigem Bemühen und Spiegelfechterei, zwischen verantwortungsvoller Führung und hemmungslosem Populismus unterscheiden, wenn sie permanent in einem Nebel aus Un- und Halbwahrheiten herumstochern muss.</p>
<p>Angeblich verdoppelt sich das Wissen der Menschheit jeweils innerhalb von 7 Monaten. Kein Mensch kann  alles wissen, aber auch er ist in der Pflicht sich zumindest ein Bild zu machen über die Seriosität der Nachrichtenquellen. Ein hinreichendes Bildungs- und Informationsniveau zu haben, ist nicht nur lebensnotwendig, sondern Bürgerpflicht.</p>
<p><strong>Man erkennt schon: es wäre an der Zeit auch Österreich an eine weitreichende Transparenz zu gewöhnen und   u n a b h ä n g i g e   Kontrollmechanismen zu forcieren. Der Widerspruch zwischen den Ansprüchen einerseits auf &#8222;das öffentliche Dabeisein bei allem und jedem&#8220;  und der verfassungsmäßig garantierten persönlichen Freiheit wird in Zukunft unausweichlich jeweils entlang ideologischer Linien entschieden werden.</strong></p>
<p>©walterkrammer(wct)</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Traumjob Berufspolitiker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Krammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Aug 2022 13:12:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Punctum Saliens]]></category>
		<category><![CDATA[Berufspolitiker]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Finnlanf]]></category>
		<category><![CDATA[Karriere]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Sagt Ihnen Sanna Marin etwas? ……Finnland!“  „&#8230;&#8230;Oh, ist das die mit der Party?“ „Genau!“  Vor der Veröffentlichung eines nicht einmal gewagten Videos, war sie eine attraktive Frau von 36 Jahren, die finnische Wähler in ein öffentliches Spitzenamt gehievt hatten. Die Geschwindigkeit, mit der sie politisch auf die russische Bedrohung reagiert hat, war bestechend. Ein herumgezeigtes...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Sagt Ihnen Sanna Marin etwas? ……Finnland!“  „&#8230;&#8230;Oh, ist das die mit der Party?“ „Genau!“  </strong></p>
<p><strong>Vor der Veröffentlichung eines nicht einmal gewagten Videos, war sie eine attraktive Frau von 36 Jahren, die finnische Wähler in ein öffentliches Spitzenamt gehievt hatten. Die Geschwindigkeit, mit der sie politisch auf die russische Bedrohung reagiert hat, war bestechend. Ein herumgezeigtes privates Video war vielleicht sexy, aber nicht anstößig.</strong></p>
<p>Dürfte eine unbekannte junge Frau sich auf einer privaten Party in dieser Weise zeigen, ohne ihren guten Ruf zu gefährden? Die allgemeine Auffassung wird das wahrscheinlich bejahen oder man zuckt die Achseln. Skandal ist es jedenfalls keiner.</p>
<p>Darf ein Premier sich auf einer privaten Party so zeigen, ohne seine Tauglichkeit für das Amt in Frage zu stellen? Offenbar nicht, zumindest nicht nach der Gerichtsbarkeit sozialer Medien.</p>
<p>Frauenrechtlerinnen werden zur Auffassung gelangen, dass das Geschlecht in diesem Fall die Ursache der Anfeindungen ist. So kann man es sehen, aber es ist zu kurz gegriffen.</p>
<p><strong>Eine(r) von uns?</strong></p>
<p>Die Demokratie, zumindest die, die meine Generation und die Gemeinschaft der nach uns Kommenden gelernt hat (wollen wir sie als westliche Demokratie bezeichnen), beruht auf der Beteiligung der Bevölkerung, was die öffentlichen Entscheidungsprozesse betrifft. Das geht nicht ohne Repräsentanten ab, weil eine funktionierende Basisdemokratie spätestens bei der Größe einer kleinen Stadt ihre Grenzen hätte.</p>
<p>Die Repräsentanten auf den verschiedenen Ebenen (Bund, Land, Gemeinde) werden aus der Masse der Bevölkerung in freien und geheimen Wahlen ermittelt. Grosso modo ist zu vermuten, dass sie so sind wie es dem Durchschnitt des Wahlvolks entspricht. Jene, die die Kandidaten aussuchen, die wir dann wählen dürfen – ja klar, auch die sind so wie wir. Auch sie kommen aus den Reihen des Volks. Wie es die demokratischen Regeln vorsehen.</p>
<p><strong> </strong><strong>Jetzt einmal ganz ehrlich</strong></p>
<p>Sind wir Wahlberechtigten fehlerlos? Geben wir manchmal lieber unseren Gefühlen nach als unserem Verstand? Spielt bei unseren Entscheidungen der Egoismus wirklich keine Rolle? Sind wir empathisch und schauen wir immer auf das große Ganze? Nie neidisch, nie missgünstig? Sind wir in jeder Situation ausnahmslos anständig? Sind wir nie auf das Verzeihen anderer angewiesen. Dauert es lang bis bei uns nach dem ICH auch einmal das DU kommt? Haben wir Verständnis für die Schwächen, die in unterschiedlicher Verteilung in unserer Gesellschaft existieren?</p>
<p>Wir wissen es ja: unsere Ansprüche an Politiker sind tendenziell hoch, aber wir wählen keine Übermenschen (weil es die nicht gibt). Wenn wir über einen Politiker sagen, er sei ein Mensch, wie Du und ich. Ist das eine Entschuldigung oder eine Mindestforderung?</p>
<p><strong>Welche geheimnisvolle Wandlung geht vermutlich in dem zukünftigen Amtsträger am Tage seiner Angelobung vor?</strong></p>
<p>Verändert sich Mann oder Frau vom „Menschen, wie Du und ich“ automatisch zur Inkarnation des Unfehlbaren, wie es nach der Amtsübernahme wie selbstverständlich von uns gefordert wird?</p>
<p>Geschätzte Leserin, lieber Leser, ich fürchte ich muss sie enttäuschen.</p>
<p>Er/sie bleibt in Wesen und Charakter unverändert. Es fliegen ihm auch keine zusätzlichen kognitiven Fähigkeiten zu. Muss auch nicht sein. Wir haben ja den gewählt, den wir zu kennen glaubten. Oder wir haben es möglicherweise schon bei der Wahl für belanglos gehalten.</p>
<p>Die allermeisten Gewählten werden nicht zum weißen Ritter, der uns alle ins Happyend führt, aber auch nicht zum gewissenlosen Schurken. Ihr Vorsatz ist es die Sache gut zu machen. Wenn manche besonders erfolgreich sind, dann haben wir Glück und eben einen positiven Ausreißer in der Statistik erwischt.</p>
<p><strong>Was uns aber dennoch niemand abnehmen kann, ist die culpa in eligendo. Unsere Verantwortung dafür, wen wir gewählt haben. Unsere Wahl bestimmt mit Mehrheit die politischen Akteure.</strong></p>
<p><strong>Berufspolitiker ist kein Alltagsjob</strong></p>
<p>Die Spitzenleute der Politik klagen über Morddrohungen, Terror gegen die Familie, schrankenloses Schnüffeln im Privatleben, öffentliche Vorverurteilungen, Hauen und Stechen unter der Gürtellinie. Es herrscht aber die weitverbreitete Ansicht, dies wäre durch den Politikergehalt abgedeckt. Er/sie sei ja nicht in diesen Beruf hineingezwungen worden.</p>
<p>Das ist viel Zynismus gegenüber jemandem, den wir mit einem Amt  b e t r a u t  haben. Darin steckt das Wort „Vertrauen“. Es gab Zeiten, da dieses Wort noch keine Einbahnstraße war. Vielleicht würden wir bei mehr Nachdenklichkeit hinter dem Job den Menschen erkennen.</p>
<p>.<strong>Was sollte mit dem Video aus dem Privatleben der Frau Marin bewiesen werden? Ihre Untauglichkeit für das Amt oder eine unzulässige Verantwortungslosigkeit?</strong></p>
<p><strong>In Wirklichkeit ist es der Beweis für die Schäbigkeit und Gedankenlosigkeit derer, die es in die Öffentlichkeit gebracht haben.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Auf jeden Fall ist es kein Weg zu einer besseren Politik.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>©walterkrammer(wct)</p>
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